Eine Studie stimmt optimistisch

Veröffentlicht am 1. Juni 2010

Kolumne von Uta Zapf für die Toplum-Ausgabe Juni 2010

“Im Einwanderungsland angekommen” kommentiert die Frankfurter Allgemeine eine Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration.

“Integration ist im Alltag viel weiter fortgeschritten als die Politik selbst”, schreibt die Verfasserin des Zeitungsberichtes.

Die Studie ergibt, dass Einwanderer zum Teil Deutschen mehr vertrauen als der eigenen Herkunftsgruppe (und auch als die Deutschen sich selbst!).

Jeder zwanzigste Einwanderer fühlt sich in Deuschland unwohl, aber jeder fünfzehnte Deutsche ist unzufrieden. Einwanderer der zweiten Generation sind sogar noch zufriedener als ihre Eltern. Mit steigendem Bildungsgrad, so das Ergebnis der Studie, stehen Menschen mit Migrationshintergrund dem Integrationsinteresse der eigenen Gruppe kritischer gegenüber, glauben mehr an das Integrationsinteresse der Deutschen.

Bei Deutschen wie Zuwanderern ist der Wunsch nach Gleichbehandlung sehr hoch (beide 90%).

Dieser Befund überrascht, hört man doch andern Orts von zunehmender Ausländerfeindlichkeit, von Ausgrenzung und Panik über zukünftige soziale Unruhen.

Die Studie stützt sich auf 5600 Befragte, je zur Hälfte Deutsche und Zuwanderer. Dies ist eine sehr große Stichprobe.

Ein weiteres aber nicht überraschendes Ergebnis der Studie ist, dass das wichtigste Handlungsfeld die Bildung ist. Vorschulische Sprachkurse alleine genügen nicht, sondern sie sollen über die ganze Bildungsbiographie fortgesetzt werden. Der Zusammenhang zwischen Sprachfähigkeit und Bildungserfolg ist in Deutschland besonders eng. Misslich ist, dass nur 10% der Kinder unter drei Jahren ein öffentliches Betreuungsangebot wahrnehmen und nur 83% der Kinder aus Migrantenfamilien den Kindergarten besuchen. Denn Fakt ist, dass Migrantenkinder geringere Schulerfolge haben. Geringere Schulerfolge ziehen geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach sich – und höhere Arbeitslosigkeit!

Fazit: die Verbesserung des Bildungssystems mit gezielten Maßnahmen ist unabdingbar! Wer jetzt an der Bildung spart, versündigt sich an der Zukunft unseres Landes! Denn: Unsere Migranten brauchen wir dringend! Und: Bildung ist unser Zukunftskapital.

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