Außenpolitik

Sarrazin kann`s nicht lassen

Veröffentlicht am 27. August 2010

Kolumne von Uta Zapf für die Toplum-Ausgabe September 2010

Merkel ist empört, Sigmar Gabriel findet die Sprüche Sarrazins „dämlich“. Nun hat aber besagter Herr ein ganzes 464 Seiten umfassendes Buch vollgetextet mit seinen Sprüchen – und das ist nicht nur dämlich, sondern brandgefährlich.

„Deutschland schafft sich ab“ ist rassistisch und spielt rechtsradikalen Gruppen in die Hände, es ist nationalistisch, weil es Angst vor „Überfremdung“ schürt und es gefährdet den inneren Frieden in Deutschland, weil es eine ganze Gruppe hier lebender Menschen, die zugewanderten Muslime, diskriminiert – schlimmer noch: verleumdet!

Dieses Buch kommt (pseudo-) wissenschaftlich daher. Intelligenz sei überwiegend eine Sache der Gene – dieser uralte ungelöste Streit ist für Herrn S. entschieden: Muslime sind von Haus aus dümmer als andere. Und deshalb nützen sie unserer Gesellschaft nicht sondern bedrohen ihre Zukunft.

Sarrazins Thesen sind irrwitzig. So absurd sie sind, so gefährlich sind sie, weil sie alle islamophoben Vorurteile aufnehmen. Muslimische Männer sind gewalttätig, weil sexuell frustriert (wegen der rigiden muslimischen Moral), ihre mangelnden Erfolge in der Schule sind kulturell bedingt, sie geben sich keine Mühe Deutsch zu lernen und der Beweis ist in der Tatsache zu sehen, dass sie öfter arbeitslos sind.

So krude und hanebüchen, so widersprüchlich und verworren diese Behauptungen sind – sie werden in einer zur Xenophobie neigenden Gesellschaft aufgenommen und zerstören ohnehin nur schwach keimendes Vertrauen zwischen Deutschen und Zuwanderern.

Herr S. verkennt, dass Deutschland Jahrzehnte lang Integration verweigert hat – insbesondere gegenüber Türken und Arabern, dass diese Abweisung zu der beklagten Segregation geführt hat. Die Bildungssysteme waren nicht auf Fördern eingerichtet und im Berufsleben müssen Migranten bis heute – trotz bester Qualifikation – Absagen auf ihre Bewerbungen hinnehmen, weil sie nicht „Schmidt“ sondern „Özcan“ heißen.

Was Sarrazin ignoriert, ist die große Zahl erfolgreicher, perfekt Deutsch sprechender, gut gebildeter und beruflich erfolgreicher Türken und Araber. Was er auch ignoriert, ist die große Anzahl benachteiligter Deutscher, die arm sind, arbeitslos, ohne Schulabschluss und ohne Perspektive.

Nicht die Muslime sind Schuld, wenn Deutschland dümmer wird, sondern eine arrogante Gesellschaft, die nicht willens und in der Lage ist, ihr Bildungssystem so zu gestalten, dass alle eine Chance haben.

Mein Protest

Veröffentlicht am 24. August 2010

Ich unterstütze die Petition für Sakineh Mohammadi Aschtiani weil die Strafe zu-Tode-Steinigen barbarisch und unmenschlich ist. Sakineh wurde schon einmal mit grausamen 99 Peitschenhieben bestraft. Diese grausamen und erniedrigenden Strafen müssen von der Welt geächtet werden, ebenso wie die Todesstrafe.
Iran muss zur „Rechtstaatlichkeit“ und zur Einhaltung der Menschenrechte gedrängt werden.
Der Rechtsanwalt von Sakineh, der sie tapfer öffentlich verteidigt hat, musste ins Ausland fliehen. Seine Familie im Iran wurde verhaftet.
Ich fordere den Iran auf, diese Repression aufzugeben, die barbarischen Strafen wie Auspeitschen und Steinigen aufzugeben und die Todesstrafe abzuschaffen.

Giftgasvorwurf gegen Türkei muss untersucht werden

Veröffentlicht am 13. August 2010

Zu den Presseberichten über einen möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch das türkische Militär gegen PKK-Kämpfer erklärt die stellvertretende außenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzende des Unterausschusses Abrüstung des Deutschen Bundestages, Uta Zapf:


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Uta Zapf in ihrer Funktion als Ko-Präsidentin des Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND) gratuliert dem PNND-Mitglied Julia Gillard, zugleich Vorsitzende der australischen Arbeitspartei, zu ihrer Wahl als neue australische Premierministerin.


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“aus berlin” – Schnellinfo der SPD-Bundestagsfraktion

Wir sagen eindeutig Ja zu den Hilfen für Griechenland, aber Nein zu einer reinen Kreditermächtigung. Wir brauchen zusätzlich Maßnahmen gegen Spekulationen, eine Beteiligung der Banken an den Kosten und können nicht die Steuerzahler das zweite Mal für das unverantwortliche Verhalten der Finanzmarktakteure in  Anspruch nehmen.


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Zum Brief von 134 deutschen Abgeordneten an Präsident Obama, die taktischen Atomwaffen aus Europa abzuziehen, erklärt die stellvertretende außenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Uta Zapf:


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